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Von der Physiotherapie zum Software Testing – ein Quereinstieg

Wie kann der Quereinstieg in den Software Testing Bereich gelingen? In diesem Artikel erfahren Sie, wie motivierte QuereinsteigerInnen zu Software Testern ausgebildet werden können.

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Autorin: Mi-Kyong Yoon

Spannende Menschen als Quereinsteiger für Unternehmen zu gewinnen, ist mit Risiken und Aufwand verbunden. Bei MaibornWolff kam es dennoch immer wieder zu Überlegungen im Bereich Software Testing (STe) ein Quereinsteigerprogramm für Menschen aufzubauen, die weder in ihrer Ausbildung noch in ihrem bisherigen beruflichen Kontext Erfahrungen im Software Testing oder der IT sammeln konnten. Das Unternehmen wägte das Investment ab und hat sich – wie der Titel des Artikels vermuten lässt – dafür entschieden. 

Andreas ist der Anfang

Wir lernen Andreas kennen. Eigentlich ist Andreas Physiotherapeut. Ein Physiotherapeut, der sich nach über 15 Jahren beruflich verändern möchte. 

Warum soll es in Richtung IT gehen? Woher stammt das Interesse an Testing? In seiner ruhigen und strukturierten Art erzählt er, dass er die Fehlersuche aus seiner bisherigen Arbeit kennt. Ihm gehe es aber nicht nur darum, Fehler zu finden, sondern auch darum sicherzustellen, welche körperlichen Bewegungen funktionieren. Vor allem aber versucht er auch jetzt schon, schwerwiegenden Fehlfunktionen und deren Auswirkungen mit der passenden Vorsorge vorzubeugen. Wir denken: andere Branche, aber gleiches Prinzip.  

Andreas überzeugt uns. Er überzeugt uns so sehr, dass wir uns freuen, mit ihm als ersten echten Quereinsteiger einen Versuch zu starten. Wir bilden ein Team, welches das Quereinsteigerprogramm aufbauen und gestalten möchte. Ziel ist es, Quereinsteiger nicht nur fachlich auszubilden oder zu begleiten, sondern auch neue Kollegen und Kolleginnen für uns zu finden. Das wiederum bedeutet, dass wir uns neben der Frage, was Testerinnen fachlich können und wissen sollten, genauso die Frage stellen, welche Werte wir als Unternehmen und insbesondere im Bereich STe vermitteln wollen.

Wir machen das iterativ

In intensiven Workshops finden wir Antworten auf die Fragen, welches methodische Wissen relevant ist und wie wir ein technisches Grundverständnis aufbauen. Wir durchforsten unsere internen Trainings- und Ausbildungsthemen, finden Lücken und schließen sie. Wir beschäftigen uns damit, wie wir das Mindset, das uns wichtig ist, vermitteln können. 

Schnell wird klar, dass eine gemeinsame Sprache Fundament des Programms sein sollte. Ohne gemeinsame Sprache kein gemeinsames Verständnis. Die ersten zwei Lerneinheiten stehen entsprechend fest: Neben agilen Methoden und Grundbegriffen gilt es, wesentliche Testbegriffe und -methoden verstehen zu lernen.

An das WAS schließt sich das WIE an: Wir suchen und finden passende Literatur, interne und externe Schulungen, die uns helfen genau diesen Weg zu gehen. Mit Zertifikaten, die nach erfolgreichem Abschluss und Prüfung verliehen werden, weisen wir nicht nur potenziellen Kunden die frisch erworbenen Kenntnisse nach, sondern bringen unseren Test-Neulingen das Handwerk für einen guten Start in die neue Arbeitswelt bei.

Auf diese Weise legen wir Inhalte für die ersten Wochen fest und empfehlen eine grobe Reihenfolge. Für die Zeit danach gibt es eine lange Liste an weiteren Lerninhalten, mit denen Wissen vertieft werden soll. Die Vertiefungen – hier herrscht Einigkeit – sollte passend zum Projekteinsatz erfolgen. Theoretisches Wissen, das nicht in der Praxis angewendet und erprobt werden kann, geht schnell verloren. So haben wir ein Modell entwickelt, in dem 50 % der Arbeitszeit für die theoretische Ausbildung eingeplant wird, in der anderen Hälfte das Umsetzen in der Praxis erfolgt.

Den Inhalt einer Ausbildung oder eines Studiums in Rekordzeit abbilden wollen wir nicht, das ist nicht das Ziel des Programms. Vielmehr soll es einen Einstieg in die Welt des Software Testings ermöglichen. Für diesen Einstieg planen wir sechs Monate ein. 

Von ExpertInnen lernen

Das vierköpfige Team, welches das Programm erstellt, besteht zu einem großen Teil aus Menschen, die ebenfalls vor einigen Jahren als QuereinsteigerInnen in der Welt der IT begannen, erste relevante Berufserfahrung sammeln konnten und über verschiedene Wege zu MaibornWolff fanden. Aber das reicht uns nicht. Wir fragen weitere Quereinsteiger, was ihnen den Einstieg erleichtert hätte. Warum sollten nachfolgende Quereinsteiger über die gleichen Stolpersteine fallen? Bisherige Erfahrungen aus der Anfangszeit der verschiedenen MitarbeiterInnen werden gesammelt und in unser Quereinsteigerprogramm eingebaut. Aus Erfahrungen lernen und sie weitergeben, auch das gehört zu unserem Mindset.

Wir befragen die Lern-ExpertInnen, die bei MaibornWolff im Campus-Team arbeiten, regelmäßig Weiterbildungen organisieren und anbieten. Sie geben uns unter anderem mit, verschiedene Lernformate anzubieten und genügend Möglichkeiten einzubauen, das Erlernte auch in der Praxis erproben zu können.

Er ist da!

Die Zeit rast dahin und plötzlich ist es so weit. Neben dem Onboarding, das alle Neuen bei MaibornWolff durchlaufen, beginnt für Andreas das Quereinsteigerprogramm. Das „normale“ Onboarding ist bereits erprobt und wird laufend anhand des Feedbacks neuer Kollegen und Kolleginnen verbessert. Unser STe Quereinsteigerprogramm ist allerdings neu. Entsprechend gespannt sind wir.

Begleitet wird Andreas, wie alle Neuen, von seiner Führungskraft und in den ersten sechs Monaten von einem bereichsfremden Mentor. Aber nicht nur das, als Quereinsteiger stellen wir ihm eine weitere Kollegin zur Seite, die ihn als Ansprechpartnerin durch das Quereinsteigerprogramm begleiten soll. 

Andreas lernt die ersten Werkzeuge kennen, mit denen wir arbeiten: Für einen ehemaligen Physiotherapeuten ist es nicht üblich Remote-Meetings durchzuführen, Online-Whiteboards zu erstellen oder Zeiten zu erfassen. Dann folgen Themen, die testspezifischer sind. Was ist der Whole Team Approach, der uns besonders wichtig ist? Die ersten Kurse laufen, eine Prüfung steht an, Daumen werden gedrückt, bestanden.  

Das erste Feedback

Was sagt Andreas eigentlich zu seinen ersten zwei Monaten? Genauso entspannt und strukturiert, wie wir ihn anfangs kennenlernten, stellt er fest: „Ich fühle mich wohl bei MaibornWolff. Ich bekomme genug Zeit, Ansprechpartner und Hilfe, um mich in dem neuen Themengebiet zurechtzufinden. Und ja, es war die richtige Entscheidung.“

Mit A (wie Andreas) fing es an – mal sehen, wann wir bei Z ankommen.

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